CD-Tipp der Woche

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Robert Long: Lange genug jung. (Sound Of The Seas/Conträrmusik-Indigio; Promotion: Blue Box Music & Media)

Die bereits angekündigte CD von Robert Long Seine Lieder wird ab 9. Februar im deutschen Handel erhältlich sein. Sie enthält neben frühen Titeln wie Stark sein und Feste Jungs auch den Opener Lange genug jung aus Longs letztem deutschsprachigem Album von 2004.

Dieses Album, von Robert Long selbst produziert und auf eigenem Label veröffentlicht, ist dann ebenfalls über den Vertrieb von Conträrmusik/Indigo in Deutschland erhältlich.

Robert Long: Er hatte sich vorgenommen, in Deutschland wieder Konzerte zu geben. In dem Land, wo er bis Mitte der achtziger Jahre erfolgreich war, immer wieder aneckte, sich schließlich entschied, seine Karriere auf sein Heimatland zu beschränken. Dies auch, um mehr Zeit für sein Privatleben zu haben, wie Robert Long freimütig bekannte. Fans haben ihm dennoch die Treue gehalten, und ihren Anregungen kam er wohl nach, als er die Texte seines 1999er-Albums von Michael Kunze übersetzen ließ und 2004 in deutscher Sprache aufnahm. Die Tourneepläne jedoch hat Longs Krebstod am 13. Dezember 2006 durchkreuzt.

Die große Polonaise – das, zum Beispiel, ist Robert Long in Bestform. Eine Marschmusik, die nach harmlosem Schunkelliedchen ebenso klingt wie nach einem Gute-Lane-Bär. Aber dann enttarnt er im Text – beispielhaft – den Werdegang eines Idealisten zum Mitläufer. Ohne dass man's recht bemerkt, hat man die eigenen Ideale von früher Stück für Stück kassiert und befindet sich mittendrin. In der großen Polonaise der Angepaßten.

Kein Wunder, dass zensurfreudige Mitmenschen ihn bisweilen argwöhnisch beäugten. Ein Titel wie Bullshit über öffentliche Sprachblasen und rhetorische Luftschlösser dürfte an gepflegter Direktheit kaum zu überbieten sein.

Aber er kann natürlich auch ganz anders. Heute wollen alle ewig jung bleiben, jung bleiben, heute ist es peinlich, wenn man über 40 ist. Ihm nicht. Lange genug und mit genug Genuss sei er jung gewesen, nun komme eben eine andere Zeit, so sein Credo. Denn jede Zeit hat ihr Gutes. Für Robert Long hätte die Zeit jenseits seiner Jugend ruhig viel länger dauern dürfen, denn er wird fehlen. Wie sehr, mag erst in einigen Jahren zu erkennen sein.

Foto: Stichting Goed Gedaan/Pieter Nepas

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