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Coupés sind Autos für Menschen, die weder Wert auf großen Platz noch auf Sportlichkeit legen. Entgegen ihrem sportiven Aussehen sind die meisten heute gehandelten Coupés eher besonders elegante Limousine denn Sportwagen. Sie werden auch nicht von jungen Dynamikern bewegt, sondern von Menschen, die gerne mit dem Auto reisen und dabei auf Komfort und Stil besonderen Wert legen. Da macht auch der Mercedes CLK 280 Elegance, der uns für einen Alltagstest zur Verfügung stand keine Ausnahme.

Der CLK stammt von der C-Klasse ab, spielt aber in der Wahrnehmung mindestens eine Klasse höher. Wer mehr Coupé will, muss schon zum luxuriösen CL greifen, was aber nicht wirklich nötig ist um die Vorzüge eines solchen Fahrzeugs zu genießen. Der CLK folgt der Liniensprache der alten S-Klasse, hat also noch kein modernes Design. Das ist allerdings kein Problem, weil fast alle Mercedes-Coupés auch im Alter ansehnlich bleiben, wenn sie nicht gar zu Klassikern reifen. Reine Vernunftmenschen, die ein Auto zur Fortbewegung von A nach B nutzen, können einem Coupé gemeinhin nichts abgewinnen, weil für weniger Platz auch noch mehr Geld bezahlt werden soll. Für Familienväter ist der Wagen zu klein, weil kleine Kinder zwar hinten Platz finden, aber nicht durch eigene Türen einsteigen können. Halbwüchsige Kinder finden ausreichend Platz hinter den elektrisch verstellbaren Vordersitzen, aber besser gelingt im CLK die Reise zu Zweit.

Seit dem Facelift des CLK im vergangen Jahr hat Mercedes die Motorenfamilie erweitert. Neben Dieselantrieben gibt es nun die V6-Maschinen der aktuellen Generation, deren kleinster Vertreter im CLK 280 immerhin 218 PS an die Hinterachse bringt. Genug, für im besten Sinne souveräne Fahrleistungen ohne dabei unnütze Kraft wieder elektronisch eliminieren zu müssen, wie es allzu oft bei hoch motorisierten Fahrzeugen passiert. Souverän heißt im CLK: Überholmanöver auf Landstraßen gehen ohne Mühe vonstatten und an Autobahnsteigungen fahren eilige TDIs ihm nicht davon. Dabei gibt der Motor seine akustische Zurückhaltung nie auf und verrichtet im Zusammenspiel mit der vorzüglichen Siebengang-Automatik entsprechend unauffällig seinen Dienst. Als Gegenleistung verlangt er etwa 10,3 Liter Super je 100 Kilometer, was man ihm angesichts der gebotenen Fahrleistungen gönnen kann. Bleibt man allzeit gelassen, sinkt der Verbrauch auf Werte um neun Liter.

Der CLK fördert diese Art der Fortbewegung. Er ist komfortabel abgestimmt und verleitet weder vom Fahrwerk noch vom Motor her zum Rasen. Im Gegenteil: gerade an heißen Tagen bietet das Coupé, mit der Möglichkeit die Scheiben komplett zu versenken, noch mehr Anlass, genussvoll langsam durch die Lande zu rollen. Dann weht der Wind durchaus dezent aber merklich die Gerüche der Umgebung ins Auto ohne dabei großes Getöse zu veranstalten, solange man eben halbwegs sittsam fährt. Anders als im Cabrio brennt dabei die Sonne nicht aufs spärlich bedeckte Haupt, was ja bei den meist männlichen Käufern gesetzten Alters häufiger vorkommt. Die sind übrigens auch eher willens und in der Lage die von Mercedes für den CLK 280 in Rechnung gestellten 43.604 Euro inklusive Automatik zu überweisen, zumal der Preis mit allerlei Extras locker über die 50.000er Marke getrieben werden kann.

Text: Günter Weigel

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