ZF entwickelt neue 6-Gang-Automatik

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Durch den Einsatz neuer Drehmomentwandler, kombiniert mit optimierter Getriebesteuerung und Hydraulik, verspricht ZF für ein neu entwickeltes 6-Gang Stufenautomatgetriebe der zweiten Generation mehr Leistung bei weniger Verbrauch, wobei Benziner bis zu drei, Fahrzeuge mit Dieselmotor bis zu sechs Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Im neuen 3er Coupé und X3 von BMW gibt es das Schnellschaltgetriebe seit September 2006.

Um den Verbrauch zu optimieren, entwickelte ZF eine konsequente Schaltstrategie der Wandlerüberbrückungskupplung mit dem Ziel, die Kupplung so früh wie möglich – nämlich direkt nach dem Anfahren – vollständig zu schließen. Um dabei die Schwingungen im Antriebsstrang sicher zu beherrschen, setzt ZF neu entwickelte Drehmomentwandler ein: Beim Benziner übernimmt diese Aufgabe ein Turbinen-Torsions-Dämpfer, für Dieselmotoren wurde ein spezieller Zwei-Dämpfer-Wandler entwickelt. Mit dem frühen Schließen der Wandlerkupplung und der Kompensation der Massenträgheiten durch die kleinere Wandlerbaugröße wurde neben dem Verbrauch auch die Fahrdynamik deutlich optimiert. Die so verbesserte Anbindung des Antriebsstranges an den Motor lässt den Fahrer eine direktere Reaktion des Fahrzeuges auf seine Gaspedalbewegungen erleben.

Neu ist außerdem, dass das 6-Gang-Automatgetriebe alle Doppelschaltungen direkt ausführt und teilweise um bis zu vier Stufen ohne Zeitverlust und fühlbare Verzögerung herunterschalten kann. Eine Weiterentwicklung des Hydrauliksystems macht dies möglich. Die jeweils erforderliche Kupplung wird durch separate Druckregler direkt angesteuert, so dass für das Überspringen einer Fahrstufe keine zusätzliche Zeit benötigt wird. Diese so genannte Zielgangfindung macht den Schaltablauf sehr präzise. Und damit das möglichst schnell passiert, übernimmt eine verbesserte Steuerungselektronik die Wahl der jeweils optimalen Fahrstufe. Anhand der Daten über Lastzustand, Fahrsituation und die Geschwindigkeit, mit der das Gaspedal getreten wird, entscheidet die Steuerungssoftware, ob um eine oder mehrere Stufen zurückgeschaltet wird. Es kommt vor allem darauf an, wie intensiv der Fahrer beschleunigen will. Je kräftiger er Gas gibt, desto dynamischer nimmt sein Fahrzeug Tempo auf.

Herzstück des neuen ZF-6-Gang-Automatgetriebes ist wie schon bei der Vorgängerversion das Planetengetriebesystem auf der Basis des Lepelletier-Radsatzes. Dadurch können die sechs Gänge mit deutlich weniger Bauteilen realisiert werden.

Waren für 5-Gang-Automatgetriebe noch drei Radsätze und sechs Schaltelemente notwendig, genügen jetzt ein einfacher Planetenradsatz und ein Ravigneaux-Radsatz im Zusammenspiel mit fünf Schaltelementen. Das Ergebnis: deutliche Gewichtseinsparungen von insgesamt rund elf Kilogramm gegenüber den 5-Gang-Automatgetrieben. Zur Reduzierung von Gewicht und somit Kraftstoffverbrauch trägt auch der vermehrte Einsatz von Kunststoff bei. So ist beispielsweise die Ölwanne nicht länger aus Metall.

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