Alfa Romeo entwickelt neues Fahrdynamiksystem Q2

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Innerhalb des ersten Quartals 2007 debütiert in den 110 kW (150 PS) starken Alfa 147 1.9 JTD 16V M-Jet und Alfa GT 1.9 JTD 16V M-Jet das neu entwickelte Vorderachs-Sperrdifferential Q2. Schritt für Schritt soll das System auch in weiteren Alfa Romeo Modellen angeboten werden. Q2 wurde speziell für frontgetriebene Fahrzeuge konzipiert, um die Traktionseigenschaften und die Fahrdynamik zu verbessern. In seiner Wirkung bietet die neue Technologie Vorteile, wie sie bislang mitunter nur mit Allradantrieb zu erzielen waren. Im Gegensatz zu diesem ist das Q2-Konzept allerdings wesentlich leichter und wirtschaftlicher.

Wie und wo Q2 zum Einsatz kommt, verdeutlichen zwei Beispiele aus der Praxis.

Beispiel 1 – Kurven:

Beim Durchfahren einer Kurve unter schlechten Haftbedingungen (Nässe, nasses Laub, Schnee) oder bei sehr sportlicher Fahrweise kann es zu einem Haftungsverlust des kurveninneren Rades kommen, da das Differential das Antriebsmoment auf das belastungsärmere Rad überträgt und dem kurvenäußeren Rad entzieht. Dieses wäre jedoch durchaus in der Lage höhere Antriebskräfte auf die Fahrbahn weiterzugeben, da auf ihm infolge der dynamischen Radlastverteilung zusätzliches Gewicht lastet. Bei modernen Fahrzeugen mit Sicherheitssystemen wie ASR und VDC reduzieren in derartigen Situationen die Fahrassistenzsysteme die Motorleistung über die Drosselklappe; das macht die Leistungsregelung via Gaspedal praktisch unmöglich. Folge: Leistungsverlust und eine weniger exakte Rückmeldung vom Fahrzeug. Hier greift Q2: Sobald das kurveninnere Rad an Grip verliert, wird das Antriebsmoment verstärkt auf das kurvenäußere Rad übertragen, wodurch ein geringeres Untersteuern, eine größere Stabilität, eine höhere Durchfahrgeschwindigkeit in der Kurve und ein weniger häufiges und weniger spürbares Eingreifen der Fahrzeugkontrollsysteme erzielt wird. Dieser Vorgang fördert die Fahrzeugkontrolle.

Beispiel 2 – unterschiedlich griffige Fahrbahn:

Beim Fahren auf wenig griffigem Fahruntergrund kann es geschehen, dass die Antriebsräder unterschiedliche Haftbedingungen vorfinden. So befindet sich zum Beispiel auf einer Straße nach Schneefall oder Regen ein Rad am Fahrbahnaußenrand in direktem Kontakt mit den Schneeresten, während das andere Rad mit dem bereits gesäuberten oder trockenen Bereich Kontakt hat. Unter diesen Bedingungen kann das Anfahren oder die Beschleunigung zum Durchdrehen des schlechter greifenden Rades führen, woraus starke Einflüsse auf die Lenkung, eine ungleichmäßige Beschleunigung und die Notwendigkeit von Lenkkorrekturen resultieren, um das Fahrzeug in der Spur zu halten. Q2 arbeitet den negativen Auswirkungen durch die progressive Antriebsmomentübertragung auf das Rad entgegen, das einen größeren Reibungswiderstand aufweist. Damit wird zum Beispiel das Anfahren auf einer Steigung im Gebirge vereinfacht und das Fahren auf Straßen mit wechselnden Haftbedingungen sicherer.

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