Test-Tour: Porsche Cayman S

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Die artgerechte Haltung von Reptilien, insbesondere die von Krokodilen und Kaimanen, ist aufwendig, teuer und von Laien nur selten machbar. Es sei denn, die Echsen schlüpfen in Finnland aus dem Ei, hören auf den Namen Cayman S und werden zunächst von Porsche Händlern in luftigen und großen Räumen gehalten, bis sie in die Obhut von gut verdienenden Menschen entlassen werden. Wir ließen das Mittelmotor-Coupé auf kurvigen Straßen und auf Autobahnen seinen Bewegungsdrang und seine Schnelligkeit unter Beweis stellen.

Der Cayman S ist zwischen Boxster und 911 angesiedelt und hat von beiden Bauteile und Technik übernommen. Die leicht modifizierte Schnauze stammt vom Boxster, genauso wie die Innenraumausstattung des Zweisitzers. Das Heck dagegen ist ganz neu und verleiht dem Wagen Charakter. Für einen Porsche verfügt das Fahrzeug nach gerade über üppige Verstaumöglichkeiten: Vorne passen zwar nur 150 Liter in die Kofferraummulde, die ist aber zumindest so tief, dass zur Not auch ein Kasten Wasser oder Bier hinein passt. Hinten können zwei kleine Trollies verschwinden, so dass einer Reise zu Zweit nichts im Wege steht.

Schon im Stand vermittelt der Cayman Sportlichkeit. Er steht satt auf der Straße, geduckt wie zum Spurt bereit. Dreht man den Zündschlüssel, grummelt der Cayman nur leicht vor sich hin und deutet nur dezent an, dass hier 340 Nm zum Abruf bereit stehen. Mit einem leichten Antippen des Gaspedals hört man, dass unten in der Mitte ein waschechtes Porscheaggregat seinen Dienst verrichtet. Beim S stammt der Zylinderkopf vom 911, der 3,4 Liter Hubraum vom Boxster. Das Aggregat leistet 217 kW/295 PS und das bei einem Leergewicht von 1.340 Kilogramm. Das heißt, ein PS muss sich nur um 4,54 Kilogramm kümmern.

Dank der optimalen Motorlage und der sehr direkten Lenkung kann man mit dem Krokodil mehr als flott durch die Kurven jagen. Er ist nicht giftig oder heimtückisch wie manch anderer Mittelmotor-Sportler, sondern er schwingt sein Heck brav herum. Zur Not greift ESP ein und bringt Fahrer und Auto wieder in Einklang. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 275 km/h, die konnten wir auf leeren Autobahnen kurzzeitig ausfahren. Der Verbrauch pendelte sich bei knappen 12 Litern ein, 1,5 Liter mehr als von Porsche angegeben. Seit diesem Jahr gibt es einen leistungsverringerten Cayman. Der schöpft aus 2,7 Liter Hubraum 180 kW/245 PS und erreicht schon bei 258 km/h seine Höchstgeschwindigkeit.

Ab 58.551 Euro wartet der Cayman S in seinem Terrarium beim Porsche Händler auf seine neuen Besitzer. Doch mit dem Basispreis dürfte es nur selten getan sein, gestaltet sich das Lesen der Aufpreisliste doch länger. So kosten Bi-Xenon-Scheinwerfer rund 1.000 Euro mehr, eine Klimaautomatik kommt auf 450 Euro und der Heckscheibenwischer ist auch nicht Serie und belastet den Etat mit weiteren 340 Euro und und und. Der Cayman steht ab 47.647 Euro zur Abholung bereit.

Text: Elfriede Munsch

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