Erste Erfahrungen: Opel Antara

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Mit Opel durch Dick und Dünn, über Stock und Stein – und jetzt auch durchs Unterholz: Nicht allein im übertragenen Sinne begleiten die Rüsselsheimer ihre Fans und Kunden in fast allen Lebenslagen. Wer allerdings in den vergangenen drei Jahren ein Auto mit dem Blitz im Kühlergrill für gelegentliche Ausflüge abseits der befestigten Straßen suchte, hatte das Nachsehen. Denn der beliebte kleine SUV Frontera lief im Jahr 2003 aus ohne dass ein Nachfolger in Sicht war. Doch nun bringt Opel wieder ein Allrad-Fahrzeug auf die Straßen. Der Neue hört auf den Namen Antara und läuft mit seinem Schwestermodell Chevrolet Captiva in Korea von den Montagebändern.

Der Antara will ein Crossover-Modell sein, also eine Mischung aus verschiedenen Fahrzeuggattungen. Der untere Bereich des Wagens suggeriert durch die wuchtig gestylten Stoßfänger, Schweller und Räder samt schützendem Bodenblech Robustheit und Geländetauglichkeit. Die obere Blechhülle dagegen erinnert durch die elegante Linienführung eher an einen schicken Sportkombi. Der Opel wirkt deutlich schicker als der Captiva und die Opel-Verantwortlichen legen auch großen Wert darauf zu betonen, dass beide Fahrzeuge beim Außendesign nur die Windschutzscheibe gemeinsam haben. Tatsächlich ist der Rüsselsheimer mit einer Länge von 4,57 Meter rund acht Zentimeter kürzer als der Chevrolet. Konsequenterweise gibt es ihn auch nur als Fünfsitzer, der Captiva ist dagegen auch mit sieben Plätzen lieferbar. Im Innenraum bemüht sich Opel ebenfalls um ein ansprechendes Ambiente und unterscheidet sich in der Qualitätsanmutung und bei der Auswahl der Materialien positiv von der Konzernschwester. Das Platzangebot ist ordentlich, nur der Kofferraum fällt mit 370 Litern recht bescheiden aus. Praktisch für Fahrradfahrer ist das optionale Transportsystem Flex-Fix. Dies wird wie eine Schublade aus dem hinteren Stoßfänger gezogen. Darauf lassen sich leicht zwei Fahrräder stellen und befestigen. Ab Frühjahr 2007 ist das System für den Antara erhältlich und soll rund 700 Euro kosten.

Der Antara ist natürlich kein richtiger Geländewagen und taugt nicht für Fahrten abseits von Schotterwegen. Aber immerhin verfügt er ab Werk über einen Allradantrieb. Im Normalfall fährt der Wagen frontbetrieben, was zum Beispiel das Rangieren im Stadtverkehr leichter macht. Bei Bedarf schaltet sich aber die elektronisch gesteuerte Kupplung an der Hinterachse zu. Sie verteilt die Antriebskräfte stufenlos bis zu einem Verhältnis von 50 zu 50 zwischen Vorder-und Hinterachse und gewährleistet so eine optimale Verteilung des Drehmoments. In das System integriert sind die weiteren elektronischen Helferlein wie ESP, ABS und ein Bergabfahrassistent.

Für den Vortrieb gibt es zu Markeinführung Ende November zunächst drei Motoren. Der bekannte 2,0-Liter-Selbstzünder mit 110 kW/150 PS dürfte die meisten Bestellungen auf sich vereinen. Er ist vergleichsweise sparsam mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,5 Litern und verfügt aber mit einem Drehmoment von 320 Nm über genügend Kraftreserven. Die Höchstgeschwindigkeit liegt hier bei 180 km/h. Im Frühjahr 2007 ergänzt ein weiterer Diesel mit 127 PS das Angebot. Ein 2,4-Liter-Benziner mit 103 kW/140 PS (Spitze: 175 km/h, Verbrauch: 9,6 Liter)und ein 3,2-Liter-Sechszylinder mit 167 kW/227 PS (Spitze: 203 km/h, Verbrauch: 11,6 Liter) runden die Antriebspalette ab.

Der Antara wird in drei Ausstattungsvarianten angeboten. Bereits ab Werk verfügen die Modelle neben dem Allradmodus über eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne und hinten und elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel. Front-, Seiten- und Kopfairbags gehören ebenfalls standardmäßig dazu. Ab 26.850 Euro beginnt die Preisliste, der 150 PS Diesel-Spaß fängt bei 30.765 Euro an, inklusive 17-Zoll-Felgen und einer Klimaautomatik.

Text: Elfriede Munsch

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