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Didi Zill: BONEY M: Photos 1976-1982. Live On Tour, At Home, Studio, Backstage.
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag; 49,90 Euro.

Farrell fuhr einen alten VW Käfer. Nein, nicht Colin. Die Rede ist hier von Bobby Farrell, der als Hahn im Korb von drei Sängerinnen zwischen 1976 und 1981 Furore machte. Zusammen waren sie Boney M. Karibische Themen, europäische Beats, eingängige Melodien wie Belfast, Sunny oder auch die Balladen El Lute und natürlich Rivers Of Babylon – das konnte ja nur gut gehen. Freilich – bis die ersten Gelder auf die Konten der Bandmitglieder flossen, verging einige Zeit. Und so erklärt Didi Zill in einer der hier versammelten Anekdoten eben auch den unspektakulären Lebensstil der Musiker, Käfer inklusive.

Den Tänzer im farbenprächtigen Outfit und den Privatmann im bescheidenen Wagen -ein breites Spektrum an Fotos hat Didi Zill hier festgehalten. Der Fotograf hat Boney M., die zu den bedeutenden Wegbereitern für den weltweiten Erfolg des Disco-Sounds zählen dürfen, von Anfang an begleitet. Der Anfang, das war Daddy Cool 1976.

Zum 30. Bandjubiläum kehren die quietschbunten Kostüme, die glitzernden Effekte als Musical zurück, und mit ihnen natürlich der unverwechselbare Sound. Zum Jubiläum hat aber auch der Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag diesen Bildband herausgebracht. Dazu erzählt einer die fantastische Geschichte des Quartetts, der Farrell & Co. von Anfang an begleitet hat: Fotograf Didi Zill sind die farbenprächtigen Cover der Alben zu verdanken, die so klangvolle Namen hatten wie Love For Sale, Nightflight To Venus und Oceans Of Fantasy.

Der Bildband wäre unvollständig ohne ein ausführliches Gesprüch mit Macher Frank Farian und ein Vorwort der Boney M.-Frau Marcia. So ist er eine Hommage an eine Band geworden, die ein Millionenpublikum begeisterte, bei Kritikern wegen fehlender Stimmqualitäten bisweilen Unmut erregte, aber mit dem Konzept von Frank Farian letztlich stilbildend gewirkt hat: Eine in Deutschland produzierte Band mit internationaler Ausrichtung als Antwort auf ABBA, optisch ausgerichtet an amerikanischen Disco-Funk-Größen wie den Supremes, fasst Didi Zill das Erfolgsrezept der Gruppe zusammen. Übrigens: Entgegen anderslautender Gerüchte haben Boney M. tatsächlich selbst gesungen, auch Bobby Farrell. Dass bei Plattenaufnahmen Frank Farian selbst seine Stimme einbrachte, war sowieso kein Geheimnis.

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