Erste Erfahrungen: Subaru Tribeca

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Als weltweit qualifiziertester Anbieter von Allrad-Fahrzeugen hat sich Subaru jahrzehntelang einen Namen gemacht. Jetzt erhält der japanische Hersteller ein weiteres aussagefähiges Prädikat. Der neue Tribeca ist nicht nur der teuerste Subaru aller Zeiten, (49.900 Euro) sondern auch das erste Siebensitzer-SUV Damit stößt Subaru in vielfacher Hinsicht in völlig neue Dimensionen vor .

Jahrelang übte sich Subaru in der Kunst, seine Fahrzeuge derart zu gestalten, dass sie möglichst emotionslos wirkten. Diesen Makel will der Hersteller jetzt sukzessive ablegen, deutlich wird dies im aktuellen Fall vor allem durch die Handschrift des ehemaligen Alfa-Designers Andreas Zapatinas, der dem Crossover-SUV ein markantes Gesicht verliehen hat. In erster Linie die Front mit dem schildförmigen Kühlergrill erinnert frappierend an den bekannten Scudetto der italienischen Sportwagenmarke. Eine hohe Gürtellinie und eng nach oben zulaufende Fenster des wuchtigen Fahrzeug-Körpers verstärken diesen Eindruck.

Subaru folgt auch beim 4,86 Meter langen Tribeca, der eine neue Größen- Dimension einläutet, einer jahrzehntelangen Antriebs-Philosophie. Der Tribeca wird von einem Boxer-Benziner befeuert, in diesem Fall von einem 245 PS starken 3.0-Liter-Sechszylinder, der aus dem Subaru Outback bekannt ist. Das maximale Drehmoment von 297 Newtonmetern wird über eine Fünfgang-Automatik permanent an alle vier Räder weiter geleitet. Unsere ersten Erfahrungen mit dem neuen Flaggschiff von Subaru waren gespaltener Natur. Das Fünfgang-Getriebe mit manueller Schaltkulisse machte auf uns einen etwas unentschlossenen Eindruck, welche Fahrstufe denn nun die richtige sein sollte, das Fahrwerk jedoch hinterließ einen ausgezeichneten Eindruck. Es schluckte sanft sämtliche Bodenwellen und neigt sich auch in engen, spitzwinkligen Kurven nur unmerklich zur Seite.

Im Cockpit dominiert bei der Instrumenten-Anordnung kühles technisches Understatement ohne auffällige Schnörkel. Die hohe Sitzposition ist SUV-typisch. In Kombination mit dem Navigationsgerät gibt es eine Rückfahrkamera, deren Eindrücke auf einen Monitor projiziert werden. Die Sitze bieten ausreichend Auflagefläche, die in drei Reihen hintereinander untergebrachten Passagiere haben genügend Bein- und Kopffreiheit. An der variablen Gestaltung des Innenraums mangelt es nicht. Alle Sitze sind sowohl klapp- als auch verrückbar, wobei die mittlere Sitzreihe um 200 Millimeter nach hinten ausfährt. Die beiden Notsitze verschwinden ziemlich unauffällig im Boden. Der 1.495 Liter große Kofferraum lässt keine Wünsche in Sachen Transport-Möglichkeiten offen.

Die Bodenfreiheit von 21,3 Zentimeter verleiht dem Tribeca, der sich wohl mit Konkurrenten wie dem Volvo XC 90 oder dem BMW X5 messen wird, die Fähigkeit, auch leichtes Gelände problemlos zu meistern. Dennoch ist er von Konzeption und Positionierung her kein Geländefahrzeug, sondern ein Asphalt-Bewältiger, der das beruhigende Gefühl verleiht, auch einmal zu einem Seitensprung auf unwegsamen Schotter einladen zu können.

Zweistufige Front-Airbags, Seitenairbags und seitliche Vorhang-Airbags gehören genau so zur umfangreichen Sicherheitsausstattung wie ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und ESP. Was dem Tribeca den ersten Schlagabtausch mit der Konkurrenz erschweren könnte, ist das fehlende Dieselaggregat. Zwar wird Subaru Ende des nächsten Jahres einen Zweiliter-Diesel für den Legacy auf den Markt bringen, der allerdings für das neue, knapp zwei Tonnen schwere Flaggschiff nicht vorgesehen ist.

Text: Jürgen C. Braun