Buchtipp der Woche

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Christian Bruhn: Marmor, Stein und Liebeskummer. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag; 19,90 Euro.

Det machst du, sagte ein sehr junger Mann (heißt: noch nicht 20-jähriger)zu einem etwas älteren (heißt: 30-jährigen) Mann. Det war die etwas flapsig vorgetragene Bitte an den Älteren, aus einer Beat-Idee einen zündenden Song zu machen. Die Herren im Gespräch waren Drafi Deutscher und Christian Bruhn, und aus dem Gespräch erwuchs ein Klassiker, der noch heute voll und ganz partytauglich ist. Was also lag für Christian Bruhn näher, als ihn – immerhin zur Hälfte – in den Titel seiner Autobiographie zu nehmen? Marmor, Stein und Liebeskummer heißt sie ganz genau.

Wer Schlager textet, landet Treffer. So geschehen bei Drafi Deutscher, Manuela, Mireille Mathieu und vielen anderen. Aber wer Schlager textet, erntet auch beißende Kritik. So musste Christian Bruhn sein Schaffen – mithin das ganze Genre – immer wieder gegen eine Kritik verteidigen, die darin kein ernstzunehmendes Tun, schon gar keine Kunst in überhaupt einem Sinne sah. Zum Beispiel hieße es natürlich ganz korrekt Marmor, Stein und Eisen brechen, aber mal ehrlich, wer fragt danach, wenn die Stimmung grad so schön auf dem Höhepunkt angelangt ist?

Christian Bruhn berichtet von Höhen und Tiefen, von Erfolgen und Rückschlägen, und immer bleibt er freundlich, abwägend, fair. Sein Gebiet ist die Unterhaltung, und je unterhaltsamer ein Schlager letztlich aus den Boxen kommt, umso mehr Arbeit mögen Texter, Komponist, Produzent und Interpret investiert haben. Und man erfährt wie nebenbei noch allerlei Erstaunliches – dass zum Beispiel zahlreiche Werbetrailer, die man -zig Mal gesehen und gehört hat, aber nie zu wissen bekam, wer's komponiert hat, gleichfalls aus Christian Bruhns Feder stammen.

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