Post-Chef Zumwinkel: Globalisierung stärkt Logistik

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Das ist eine gewaltige Zahl: Rund 150 Milliarden Euro beträgt das Gesamtvolumen des Logistikmarktes in Deutschland, etwa 7,4 Prozent vom Bruttosozialprodukt. Mittlerweile avanciert die Logistik nach Handel und Automobilindustrie bei Umsatz und mit 2,7 Millionen Beschäftigten auf Rang 3 des Landes. Angekurbelt wird diese Entwicklung von der Globalisierung, der geografischen Lage Deutschlands im Herzen Europas sowie der EU-Osterweiterung. Deutschland profiliert bereits heute von der Globalisierung, sagt Klaus Zumwinkel beim Post im Dialog in Frankfurt am Main. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post World Net: Die DHL-Ansiedlung am Flughafen Leipzig/Halle ist ein Ergebnis davon. In der Region entstünden mittelfristig bis zu 10.000 Arbeitsplätze.

Dagegen mahnte auf der Veranstaltung der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler: Die Globalisierung hat keine Ordnung. Wir brauchen aber einen Rahmen, da muss die Politik regieren. Dennoch lasse sich das Rad nicht mehr zurückdrehen. Die Politik hinke dramatisch hinter der globalisierten Ökonomie. Viele Menschen erleiden durch die Globalisierung schwere Nachteile. Das führe unweigerlich zu großen politischen Verwerfungen; auch in Europa. Wir brauchen klare Standards, so Geißler.

Zumwinkel, Chef des weltweit größten Logistikkonzerns mit einem Jahresumsatz von 45 Milliarden Euro, sieht in der Globalisierung für sein Unternehmen insbesondere Chancen. Obendrein partizipiere das ganze Land davon. Nötig seien für ein gutes Gelingen eine weitere Reformbereitschaft sowie eine Rücknahme von Reglementierungen in der EU. Dann würden sich die Vorteile des globalisierten Wirtschaftens verstärkt entfalten.

Bei aller Globalisierung, so Zumwinkel, bleibt die Post auch ein nationales Unternehmen. Gegenwärtig beschäftigt der Konzern 500.000 Mitarbeiter in 220 Ländern. Allein in Deutschland werden täglich 71 Millionen Briefsendungen zugestellt. Zumwinkel: Wir brauchen auch künftig einen starken Heimatmarkt.

Text: Erwin Halentz, Fotos: Deutsche Post

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