Test-Tour: Nissan Murano

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Schick und durstig: In der Familie der 4×4-Fahrzeuge aus dem Hause Nissan ist der Murano das jüngste Mitglied. Seit gut einem Jahr steht der Murano bei den deutschen Händlern, zuvor hat er in den USA für Furore gesorgt. Aber anders als in den USA, wo sich der Japaner glänzend verkauft, trifft der SUV in Deutschland nur auf eingeschränkte Begeisterung. Grund dafür ist die Motorisierung: Ein in diesem Segment fast unverzichtbarer sparsamerer Diesel ist nicht erhältlich und der 3,5 Liter Sechszylinder-Benziner mit 172 kW/234 PS ist zwar leistungsstark, aber auch durstig.

Fangen wir aber mit den erfreulicheren Seiten des Murano an. Er fällt durch sein Blechkleid positiv auf. Im Gegensatz zu manch anderen Karossen gibt es sich nicht martialisch, sondern schick. Selbst der nicht Auto-verrückten Nachbarschaft fiel der Wagen mit seinen kurzen Überhängen, der eindrucksvollen Front mit den markanten trapezförmigen Scheinwerfern und dem kurvenreichen Heck auf. Einhelliges Urteil: Das Auto sieht gut aus, aber was ist es?
Erklärungsversuche, dass der Murano ein SUV sein soll und will, wurde meist mit Kopfschütteln quittiert. Und so ganz Unrecht haben die Betrachter nicht. Zwar sieht der 4,77 Meter lange Wagen auf den ersten Blick aus wie ein SUV, damit erweckt er aber mehr Schein als Sein. Denn der Murano verfügt nur über einen permanenten Allradantrieb, hat aber sonst keine Off-Road-Talente. Braucht er ja auch wirklich nicht unbedingt, denn die meisten Besitzer solcher Gefährte bleiben damit brav auf der Straße.

Ein weiterer Pluspunkt des Murano ist die reichhaltige Serienausstattung. Ledersitze, ein 10fach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, um 7,5 Zentimeter verstellbare Pedale, eine Klimaautomatik, ein Navigationssystem mit 7-Zoll-Farbdisplay, eine Rückfahrkamera und ein Bose-Audio-System mit einem 6fach CD-Wechsler gehören ab Werk dazu. Für die Sicherheit sorgen klassenübliche Schutzmaßnahmen wie sechs Airbags, ESP und vordere aktive Kopfstützen. Die Insassen leiden nicht unter Platznot und können es sich bequem machen. Nur bei längeren Fahrten muss man daran denken, dass der Kofferraum eher klein ist (438 Liter). Erst durch Umlegen der 60:40 geteilten Rücksitzbank, das immerhin leicht mit zwei Hebeln im Kofferraum geschieht, steigert sich der Wert auf 877 Liter.

Das größte Manko des Autos befindet sich unter Motorhaube. Hier sorgt der bereits aus dem 350 Z bekannte Sechszylinder-Benziner mit 172 kW/234 PS für einen fühlbaren Vortrieb. Die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h zu erreichen, war kein Problem. Das stufenlose Automatikgetriebe mit manueller Sechsgang-Schaltfunktion arbeitete unauffällig, aber effizient. Ein Blick auf die Tankuhr zügelte hingegen die fahrerischen Gelüste. Nicht ohne Grund hat der Wagen keine Verbrauchsanzeige, der Fahrer könnte sich über die hohen zweistelligen Angaben beim Fahren zu sehr erschrecken. Nissan gibt einen Durchschnittsverbrauch von 12,3 Liter Superbenzin an. Ein Wert, der sich nicht einhalten ließ. Eher 15 Liter flossen durch die Benzinleitungen und bei nervösem Gasfuß stieg der Verbrauch noch weiter an. Zudem ist der Motor nur nach der Abgasnorm Euro 3 eingestuft. Die Preisliste ist dagegen sehr übersichtlich gestaltet. Einzig eine Metallic-Lackierung steht mit 690 Euro als Zusatzoption an. Alles andere ist im Preis von 44.990 Euro enthalten.

Text: Elfriede Munsch

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