Nissan würfelt – in zwei Jahren auch in Europa

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In Japan ist der Kleine bereits ein Kultauto, zeigt, wie wenig Raum man braucht, um viel Platz schaffen. Der Nissan Cube (abgeleitet vom lateinischen Kubus = der Würfel) ist in den Millionenstädten seiner Heimat ein Renner, verkauft sich seit gut dreieinhalb Jahren nicht wie warme Semmeln aber wie frische Sushi.

Ein putziges Etwas, das aussieht wie ein Bauklötzchen auf Rädern, hat im Autoland Japan aber nicht nur Kult-Charakter, sondern auch einen ganz realen Hintergrund. Nippon birst – vor allem in den Metropolen – vor Menschen, nicht nur vor solchen, die sich mit Fahrzeugen von Punkt A nach Punkt B bewegen. Freiraum in jeder Beziehung gehört im Land der aufgehenden Sonne zu den höchsten individuellen Kulturgütern.

Schon auf der Tokio Motorshow haben uns europäische Journalisten gefragt: Warum läuft das Ding nicht bei uns?, berichtete Nissan-Sprecher Michael Bierdümpfel vor ein paar Tagen voller Stolz. Scheinbar sind die geistigen Väter der Idee aus Nichts mach Alles jetzt auf den Trichter gekommen, dass sich mit diesem Japan-Smart auch außerhalb der Landesgrenzen Geld verdienen lässt. Für 2008 ist der Start des Cube auch in Europa vorgesehen, bestätigte Bierdümpfel.

Die Vorzüge für einen Einsatz des Autochens auch in Städten der Größenordnung Berlins liegen auf der Hand. Der 3,73 Meter lange, 1,67 Meter breite und 1,64 Meter hohe Cube steht auf der Plattform des auch in Europa angesehenen Nissan Micra.

Wir finden auch bei uns mittlerweile an vielen Orten fast schon japanische Verhältnisse vor. Der möglichst erfolgreiche Feldzug des Kubus-Autos wird in Japan bereits generalstabsmäßig geplant, Partner, die die Idee des Autos mittragen, werden gesucht und sind offenbar auch teilweise schon gefunden.

Kooperation mit Unternehmen aus der IT-Branche sind denkbar, mit dem Auto sprechen wir junge Menschen an, für die Begriffe wie iPod längst kein Buch mit sieben Siegeln mehr sind, lässt sich Bierdümpfel ein wenig in die Karten blicken. Die Generation @ soll mobil gemacht werden, um den Cube durch europäische Innenstädte zu würfeln.

Was der junge König Kunde von morgen für das Fortbewegungsmittel mit den senkrechten Wänden ausgeben muss, steht noch in den Sternen. Darüber wird zur rechten Zeit entschieden, sagt der Konzern-Sprecher. In Japan kostet der Mini-Nissan umgerechnet etwa 10.000 Euro.

Welchen Namen der Hersteller seinem alltagstauglichen Ulk-Auto zwischen London und Budapest verpassen will, bleibt vorerst noch das Geheimnis der Marktstrategen. Ob Nissan Kubus, Nissan Klötzchen oder wie auch immer. Fest steht (offenbar) nur eines: In zwei Jahren darf auf dem Asphalt gewürfelt werden.

Text: Jürgen C. Braun

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