Erste Erfahrungen: Audi S6

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Das Manager-Mobil: Ein einziger Buchstabe steht für eine ganze Welt voll automobilen Hochgenusses. Nach dem S8 geht Audi jetzt mit dem S6 und der Kombi-Variante Avant jetzt auch mit Volldampf von der Luxus- in die Oberklasse. Zehn Zylinder, 435 PS: das sind die nackten Daten für ein Auto, das in dieser Klasse seinesgleichen sucht.

Die Antwort auf die Frage: Muss das sein, kann eigentlich nur lauten: Muss nicht, sollte aber. Kein Protz, kein Prunk, gediegene Eleganz, das Unbändige nur subtil suggerierend. Kein Macho-Auto, eines für die Generation, (und den Geldbeutel), die nicht mit einem lauten Mensch, is' der geil! auf ihren fahrbaren Untersatz aufmerksam machen muss.

Ein dezentes S6-Logo am Single-Frame-Grill, dessen vertikalen Streben in diesem Fall doppelt ausgelegt und in Aluminiumoptik gehalten werden, ist ein leichter Blickfang der Marke Understatement. Hinzu kommen auf jeder Seite fünf weiße Leuchtdioden unter dem vorderen Stoßfänger sowie ein leicht verbreiterter Kotflügel und attraktive Gummifüße: Die 295/35 er Reifen ruhen auf 19-Zoll-Alufelgen. Schon genauer hinsehen muss man, will man den V10-Schriftzug über den vier Auspuffrohren erkennen. So viel zum Muscle-Shirt des Audi S6.

Die wahre Begierlichkeit weckt ohnehin nicht die optische Erscheinung, sondern das Wissen um das, was den gepflegten (Auto-)Liebhaber unten drunter erwartet. Unter der Motorhaube nämlich. Der aus dem S8 bekannte Zehnzylinder mit seinem Hubraum von 5,2 Litern und einem nicht enden wollenden Drehmoment von 540 Newtonmetern zwischen 3.000 und 4.000 Umdrehungen ist die Klang gewordene Vollendung der Ingenieurskunst. Gutturaler Sound, der zum verführerischen Flirt mit dem Gaspedal animiert. Doch Vorsicht. Das Auto will im Straßenverkehr bewegt werden und nicht auf der Rennstrecke.

Cruisen – das hatten wir mit dem gleichen Wunderwerk der Technik schon beim S8 im wahrsten Sinn des Wortes erfahren – geht genau so wie gewaltiger Schub nach vorn. Die sechsstufige Tiptronic passt dazu wie angegossen. Dank des permanenten Allradantriebs sind Traktionsprobleme ein Fremdwort. Dergestalt Eleganz und Sportlichkeit in sich vereinend, ist der Audi S6 beim Spagat zwischen Anspruch und Auftritt nicht ausgerutscht. Dass der Zehnzylinder im Verhältnis zur Leistung einen gepflegten Durst (13,4 Liter) an den Tag legt, ist nicht verwunderlich. Doch bei einem Preis von 79.800 Euro für die Limousine und 82.000 Euro für den Avant dürfte dies dem zukünftigen Besitzer schnuppe sein.

Ab Juni steht das Manager-Mobil in den Showrooms der Vertragspartner.

Text: Jürgen C. Braun

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