Erste Erfahrungen: VW Passat 4MOTION

Foto 1

Winterzeit ist Allradzeit. Da trifft es sich gut, dass VW gerade den 4Motion genannten Vierradantrieb für den neuen Passat auf den Markt bringt. Den Passat offeriert Volkswagen seit mehr als zwei Jahrzehnten parallel zum Frontantrieb mit Allradantrieb: Das erste Modell, der Variant GT syncro, debütierte 1984. Bis heute entschieden sich weltweit mehr als 256.000 Passat-Fahrer für einen Allradantrieb. Für den heutigen Passat 4Motion stehen drei Motoren zur Wahl: Im 2,0-Liter FSI-Benziner (110 kW/150 PS) und im 2,0-Liter Diesel (103 kW/140 PS) kostet der 4Motion-Antrieb jeweils 1.725 Euro Aufpreis. Wir fuhren die neue Spitzenmotorisierung, den 3,2-Liter-FSI-Benziner, der für satte 34.860 Euro (Variant: 36.135 Euro) den permanenten Allradantrieb serienmäßig an Bord hat.

VW setzt beim 4Motion-Antrieb technisch auf eine an der Hinterachse platzierte und elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung. Im Normalfall leitet diese 90 Prozent der Antriebskraft an die Vorder- und zehn Prozent an die Hinterachse. Sobald zwischen den Achsen Drehzahlunterschiede auftreten, dirigiert die so genannte Haldex-Kupplung die Drehmomente um, im Extremfall gelangen so bis zu 100 Prozent der Antriebskraft dabei an die Hinterachse. Selbst in tieferem Schnee verbunden mit einer Bergauffahrt arbeitet sich ein Passat mit Allradantrieb unbeeindruckt nach vorne und sorgt für vergnügliches Schneegestöber. Im Auto-Alltag dürfte das System so gut wie nie an Grenzen kommen. Obwohl der Allradantrieb 100 Kilogramm wiegt, macht er sich im 3,2 Liter ausschließlich positiv bemerkbar. Das Fahrzeug liegt jederzeit satt auf der Straße und vermittelt seinem Fahrer in jeder Kurve Souveränität. Zumal nicht nur der Allradantrieb sondern auch das Doppelkupplungsgetriebe DSG beim 3,2 Liter mit an Bord sind und Lust auf agilen Umgang mit der Technik machen.

Damit relativiert sich zumindest ein wenig der stolze Mindestpreis von 34.860 Euro für die Version Comfortline, bei der durchaus noch Spielraum für viele tausend Extra-Euro Zusatzausstattung bleibt. Für die meisten Passat-Fahrer wird die Spitzenversion daher ein unerfüllbarer Traum bleiben. Aber immerhin gibt es den Allradantrieb auch preiswerter: Zum Beispiel im 2,0 Liter FSI Trendline ab 27.525 Euro oder im 2,0 Liter TDI für 28.850 Euro. Auch keine Sonderangebote, aber dafür perfekte Langstreckenfahrzeuge, die dank der Kraft aller vier Räder auch bei Schnee und Matsch nichts von ihrer Souveränität verlieren.

Text: Günter Weigel

Scroll to Top