Die Reifenprüfung: Neues von Goodyear und Continental

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Winterreifen sind in diesem Jahr im Herbst mehr denn je ein Thema, nicht nur wegen einer – wenn auch gesetzlich noch nicht fest definierten – Winterreifenpflicht. Sollte es jedoch zu der allgemein erwarteten Novellierung der Straßenverkehrsordnung kommen, so herrscht demnächst bei uns eine so genannte situative Winterreifenpflicht. Danach sollen Autofahrer künftig bestraft werden können, wenn ihr Fahrzeug nicht den Witterungsbedingungen gemäß ausgerüstet ist. Das bedeutet für die Autofahrer, dass sie Winterreifen montieren müssen, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

Die Hersteller lassen in ihren Bemühungen nicht nach, immer bessere, komfortablere und möglichst auch preisgünstige Pneus für die kalte Jahreszeit anzubieten. Und diese auch noch entsprechend zu markieren.

Wann aber ist ein Reifen ein Winterreifen? Die Auto-Industrie testet während des ganzen Jahres und das mit viel Aufwand. In den Alpen, in Skandinavien und – wenn bei uns Sommer ist – auch in Neuseeland, weil dann dort die winterlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Der Reifenhersteller Continental hat sich mittlerweile sogar von Frau Holle abgenabelt und arbeitet im Alpincenter im nordrhein-westfälischen Bottrop an der Weiter- und Neuentwicklung seiner Reifen. Um vom Verbraucher dennoch als Winterreifen erkannt zu werden, bedurfte es jedoch einer optischen Kennzeichnung.

Ein Kriterium dafür ist eine Schneeflocke die in stilisierter Form auf die Reifenflanke geprägt wird. Voraussetzung für die Nutzung dieses Symbols ist ein weltweit anerkanntes Testverfahren (ASTM). Dieses Verfahren prüft, ob der Testreifen auf winterlichen Straßen bei ABS-Bremsungen bessere Werte erfüllt, als ein genau definierter Norm-Reifen. Wenn der Reifen eine um mindestens sieben Prozent höhere Verzögerung gegenüber dem Referenzreifen nachweisen kann, hat er das Kriterium erfüllt.

Conti bietet jetzt einen neuen Winterreifen für die Kompaktwagenklasse an. Der laufrichtungsgebundene TS 800 ist der Nachfolger des 780 und zeichnet sich vor allem durch auf winterlich trockenen Straßen aus. Der Reifen hat größere Wabenlamellen bekommen, die auf Schnee als Griffkanten dienen und auf trockener Straße eine ausreichende Steifigkeit gewährleisten sollen. Der Pneu weist ein gepfeiltes Laufprofil auf, wodurch Schneematsch und Wasser schnell abgeleitet werden sollen. Der Winterreifen wird ohne Preisanhebung gegenüber dem Vorgänger in 14 Größen angeboten und besitzt das Schneeflockensymbol.

Sehr gute Test-Ergebnisse weist der neue UltraGrip 7 von Goodyear auf. Der wurde im Goodyear Technical Center Luxemburg (GTCL) in Colmar-Berg entwickelt. Dort ist das größte Goodyear Zentrum für Forschung und Entwicklung in Europa beheimatet. Dank der dort vorhandenen Technologie-Möglichkeiten sorgt der Reifen für sichere Traktion bei Eis, Schnee und Matsch. Der UltraGrip 7 ist in 30 Ausführungen, 20 Reifengrößen von 13 bis 16 Zoll und für Höchstgeschwindigkeiten von 190 oder 210 km/h erhältlich und eignet sich damit für die meisten Mittel- und Oberklassenfahrzeuge.

Text: Jürgen C. Braun, Foto: Continental

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