Erste Erfahrungen: Hyundai Grandeur

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Der Name ist Programm und der erste prominente Fahrgast scheint bereits fest zu stehen. Grandeur heißt die neue Oberklasse-Limousine von Hyundai, bekanntermaßen einer der Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Die Frage muss erlaubt sein: Ist das das Fahrzeug, in dem Franz Beckenbauer zum WM-Endspiel fährt? Gleich, ob nun mit oder ohne deutscher Beteiligung. Standesgemäß wäre der neue Grandeur, eine klassische Oberklassen-Limousine mit fließenden Linien wohl, denn mit einem Trajet oder einem Atos – ohne diesen beiden Fahrzeugen zu nahe treten zu wollen – wird man den OK-Chef wohl nicht zur Vip-Tribüne chauffieren wollen.

Bisher präsentierte sich der koreanische Hersteller meist als ausgewiesener Spezialist in Sachen SUV's oder Kompaktfahrzeugen. Mit Modellen wie dem schnittigen Coupé oder den beiden XG-Limousinen aber wollte der asiatische Hersteller raus aus der Brot-und-Butter-Ecke. Über die beiden letztgenannten Modelle setzt der Grandeur in allen Beziehungen noch eins drauf. Er ist mit extrem langem Radstand betont eleganter gezeichnet als die XG-Limousinen, die im Vergleich zum Grandeur eher noch hausbacken wirken. Der Grandeur – Nomen est omen – wirkt halt in allen Dimensionen etwas üppiger als die XG-Modelle oder auch der Sonata in der oberen Mittelklasse.

4,90 m Länge, 1,95 m Breite und der zitierte lange Radstand geben dem Betrachter einen Vorgeschmack auf den großzügigen Innenraum. Dies gilt für Kopf-, Bein- und Schulterfreiheit. Auch an der Serienausstattung ist nicht rum zu mäkeln, was irgendwie aber auch zu den Gewohnheiten des Hauses Hyundai gehört. Holzlenkrad, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Ledersitze sind ebenso serienmäßig wie acht Airbags, ABS und ESP. Der Kofferraum des Hyundai Grandeur fasst stolze 470 Liter.

Der neue Hyundai Grandeur wird zunächst einmal mit einem 3,3 Liter großen V6-Motor zu bekommen sein, der später auch für den Sonata vorgesehen ist. Das Aggregat, so unsere ersten Erfahrungen, ist ein echter Langhuber, leistet 233 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 304 Newtonmeter bei 3500 U/min bereit. Das Fahrwerk des Grandeur wirkt zudem durch Einzelradaufhängung an doppelten Querlenkern und einer Multilenkerachse hinten erheblich fahrdynamischer als das des Vorgängers XG 350. Ob der vom Hersteller angegebene Verbrauch von 10,2 Liter Superbenzin bei diesen Daten allerdings relevant ist, muss sich erst noch heraus stellen. Ein 145 PS starker 4-Zylinder-Commonrail-Diesel mit 2,2 Litern Hubraum wird nachgereicht. Er wird ebenso wie der Benziner ausschließlich mit einer Fünfgang-Automatik mit manueller Schaltebene zu haben sein.

Der für rund 35.000 Euro erhältliche Hyundai Grandeur ist mit acht Airbags, ESP, aktiven Kopfstützen, Alurädern, Leder, und Navigations-System ausgestattet. Für diesen Preis ist er fast schon ein Schnäppchen. Dessen ungeachtet ist eines gewiss: der Nobel-Koreaner hat auf jeden Fall das Zeug, um im nächsten Jahr beim großen Fußball-Fest des Kaisers neuer Gleiter zu werden.

Text: Jürgen C. Braun

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