Erste Erfahrungen: Peugeot 1007

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Normalerweise tragen nur britische Geheimagenten im Kino die Doppelnull als besondere Kennzeichnung ihres Ranges und ihrer Kompetenzen. Doch nun kommt ab September der französische Kleinwagen Peugeot 1007 mit zwei Nullen in der Namensgebung daher gefahren. Dieser durchbricht damit eine 66 Jahre alte Tradition im Hause Peugeot, denn seit 1929 – der Vorstellung des Peugeot 201- hatte ein neues Automodell immer nur einen Null als Verbindungsziffer zwischen zwei Zahlen in seiner Kennzeichnung. Mit dieser Abweichung wollen die Franzosen die Bedeutung des 1007 hervorheben, der sich mit den Konzernschwester C2 und C3 von Citroën die Plattform teilt und gegen Opel Meriva, Renault Modus oder gegen einen Toyota Yaris Verso um die Gunst der Käufer antritt.

Der 1007 fällt im Straßenbild auf. Vorne das typische Löwengesicht mit den großen mandelförmigen Scheinwerfern, erinnert die Gestaltung der kompakten Karosserieform (Länge: 3,73 m, Höhe: 1,62 m, Breite; 1,66 m) doch eher an eine fahrende Schachtel auf Rädern. Der Clou sind jedoch die zwei seitlichen elektrischen Schiebetüren, die den Zugang ins Innere Platz sparend öffnen. Der 1007 verzichtet also auch für die vorderen Sitze auf konventionelle Türen. Damit ist der Franzose ein praktisches Auto im urbanen Umfeld, wo Parkraum knapp bemessen ist. Der Fahrer blickt auf ein van-artiges großes Armaturenbrett, in dem die Instrumenteneinheiten gut lesbar sind. Individuelle Farbgestaltungswünsche an Polstern und Blenden erfüllt Peugeot, indem es zwölf verschiedene Dekorsätze für jeweils 250 Euro anbietet, die einfach ausgetauscht werden können.

Im viersitzigen 1007 haben zumindest die vorderen Passagiere keine Probleme, kommod zu reisen, die Benutzer auf den zwei Einzelfondsitzen müssen allerdings kleinwagentypisch Abstriche in ihrem Bewegungsdrang hinnehmen. Angenehmer wird es für sie, wenn sie die Rücksitze ganz weit um 23 Zentimeter nach hinten schieben, allerdings schrumpft das Kofferraumvolumen dann auf 178 Liter. Für größeren Transportbedarf kann man die Sitze umklappen und umlegen, so dass ein maximales Ladevolumen von über 1.000 Liter entsteht.

Zur Markteinführung stehen zwei Benziner und ein Dieselmotor zu Auswahl. Das 1,4-Liter-Basisaggregat leistet 54 kW/73 PS und reicht für städtische Fahrten aus (Spitze: 165 km/h, Verbrauch: 6,4 Liter). Wahlweise erfolgt die Kraftübertragung über eine manuelle Fünfgang-Schaltung oder über ein automatisierte Schaltgetriebe, das ohne Kupplungspedal arbeitet und bei Peugeot 2-Tronic heißt. Das Automatiksystem überzeugt im Alltag leider nur bedingt. Zwar sind die Schaltvorgänge weitgehend ruckfrei, dafür schaltet das System entweder zu früh oder zu spät. Wer sich für den 1,6-Liter-Benziner mit 80 kW/109 PS entscheidet, hat sogar keine Wahl, denn dieser Motor wird nur mit 2-Tronic ausgeliefert. (Spitze: 190 km/h, Verbrauch 6,6 Liter.) Als Selbstzünder offeriert Peugeot den bekannten 1,4 Liter HDi mit 50 kW/68 PS (Spitze: 160 km/h, Verbrauch: 4,4 Liter), der allerdings mit keinem Partikelfilter ausgerüstet ist. Warum Peugeot gerade in Deutschland ganz im Gegensatz zu ihrer Imagekampagne einen solchen Motor auf den Markt bringt, bleibt wohl ein Geheimnis. Abhilfe soll aber im nächsten Jahr der stärkere 1,6-Liter-Diesel schaffen, der über einen Filter verfügt.

Ab 13.650 Euro steht der 1007 beim Händler. Sieben Airbags, ABS, ESP und die zwei Schiebetüren gehören zum Serienumfang. Zur Finanzierung des Fahrzeugs bietet Peugeot ein besonderes Extra an – die Übernahme der Kfz-Versicherung im ersten Jahr.

(Text: Elfriede Munsch)

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