Erste Erfahrungen: Kia Sportage

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Kia erweitert sein Angebot an Off-Roadern. Nachdem der Sorento für einen Überraschungserfolg gesorgt hat und mittlerweile das beste (Zug)-Pferd der Koreaner ist, soll nun der kleine Sportage als Einsteigermodell in Sachen Abenteuer die Kunden für sich gewinnen. Das Zeug dazu hat er. Anders als sein Vorgänger aus den 90er Jahren des vergangen Jahrhunderts, der eher einen kernigen und rustikalen Charme versprühte, setzt der neue SUV auf die Attribute schickes Blechkleid, kompakte Außenmaße, moderate Allradtechnik und günstiger Preis. Er fährt gegen Toyota RAV 4, Nissan X-Trail, aber auch gegen den Konzernbruder Hyundai Tucson an.

Zwar teilt sich der Wagen mit dem Tucson die Plattform, die Technik und die Motoren, doch tritt der Sportage selbstbewusster auf. Der 4,35 m lange Fünftürer ähnelt seinem großen Bruder Sorento. Die großen Scheinwerfer, der auffällige Kühlergrill und die breiten Stoßfänger verleihen dem Fahrzeug den richtigen Off-Road-Charakter. Im Inneren haben sich die Kia-Designer viel Mühe gegeben. Eine gute Verarbeitung und der gekonnte Einsatz von Kunststoffmaterialien lassen den Innerraum nicht trist wirken. Die Insassen sitzen erhöht und haben daher einen guten Überblick. Das Platzangebot ist auf allen Plätzen reichlich. Nur könnte die Längsverschiebung der vorderen Sitze besser sein. Der Kofferraum fasst zwischen 667 und 1.886 Litern. Der Clou ist die 60:40 geteilt Rückbank. Sie lässt sich einfach mit den Kopfstützen umklappen, so dass ein ebener Ladeboden entsteht.

Für die Ausritte mit dem Sportage stehen drei Motoren und zwei Antriebsvarianten zur Auswahl. Die Basismotorisierung ist ein 2,0-Liter-Aggregat mit 104 kW/141 PS (Spitze: 179 km/h, Verbrauch: 8 Liter). Diese kann der Kunde auch nur mit Frontantrieb ordern, wenn er ausschließlich Wert auf die Off-Road-Optik legt.

Das Gros der Bestellungen mit rund 80 Prozent geht jedoch auf den 2,0-Liter Common-Rail-Diesel mit 83 kW/113 PS. Bei ersten Testfahrten hinterließ der Motor einen guten Eindruck. Sein Drehmoment von 245 Nm reicht aus, den Wagen gelassen zu fahren. Sprinterqualitäten darf man hier allerdings nicht erwarten. Immerhin schafft er den Spurt von 0 auf 100 km/h in 13,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 168 km/h, der Verbrauch bei 7,1 Litern. Permanenter Allradantrieb gehören beim Diesel und bei der Topmotorisierung, einem 2,7-Liter-Sechszylinder mit 129 kW/175 PS, ab Werk dazu. Falls der Fahrer unbefestigte Wege erkunden möchte, lässt sich per Knopfdruck und bis 30 km/h eine gleichmäßige Kraftverteilung auf beide Achsen einstellen. Tatsächlich kann man mit dem Sportage mehr als nur Feldwege befahren. Sein Kraxeltalent stellte der Sportage auf steinigen und steilen Untergrund unter Beweis. Alle Motoren erreichen die Abgasnorm Euro 4. Für den Diesel ist wahlweise eine manuelle Fünfgang-Schaltung oder eine Vierstufen-Automatik zu haben.

Der Einstiegspreis für den Benziner mit Frontantrieb liegt bei 18.150 Euro. Im Preis enthalten sind sechs Airbags, ABS mit Bremskraftverstärker, eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber für alle Plätze, 16-Zoll-Leichtmetallräder und eine Zentralverriegelung. Die Preisgestaltung ist bei Kia noch nicht abgeschlossen. Für die zwei anderen Motoren mit Allradantrieb gehört aber ESP serienmäßig dazu. Insgesamt hofft Kia, mit dem Sportage in 2005 mehr als 7.000 Stück zu verkaufen. Vielleicht wird der kleine SUV dann das nächste Auto nach dem Sorento bei Kia, bei dem sich der Kunde auf Lieferzeiten einstellen muss.

(Text: Elfriede Munsch)