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Jimmy Buffett: Licence To Chill (Mailboat Records)

Es gibt Künstler, die nie über den Status des Geheimtipps hinwegzukommen scheinen. Jimmy Buffett ist so einer. Jimmy who? In den USA würde diese Frage vermutlich kaum jemand stellen, denn dort ist der Grenzgänger zwischen Rock und Country seit vielen Jahren ein Garant für Nummer-Eins-Hits. Auch der Song Hey good lookin', mit dem Jimmy Buffett sein brandneues Album Licence To Chill eröffnet, ist in kurzer Zeit an die Spitze der US-Charts gestürmt.

Nun stehen die USA unter anderem in dem Ruf, das Making Of The Superstars vielleicht nicht erfunden zu haben, es in dieser Disziplin aber zu rechter Meisterschaft gebracht zu haben. Anders ausgedrückt – wer keine sauber funktionierende Marketingmaschinerie hinter sich weiß, braucht mit einer Karriere gar nicht erst zu rechnen.

Auf dieses eiserne Gesetz – wenn's denn ein solches ist – gibt Jimmy Buffett herzlich wenig. Der Mann lebt recht zurückgezogen, meldet sich aber in schöner Regelmäßigkeit mit seinen Alben in der Öffentlichkeit zurück. Nun also mit Licence To Chill, und der Titel ist so ziemlich das Einzige, was nicht so recht passen mag. Denn zum Abkühlen – wovon?? – eignet sich diese Musik nicht.

Soliden Mainstream-Rock mit eingängigen Rhythmen, locker produziert, aber nicht gelangweilt, das ist seine Spezialität. Hörbar im Bereich des Country beheimatet, ist er doch nicht unbedingt eine Ikone dieser Stilrichtung (wie etwa Garth Brooks oder Vince Gill). Vielmehr klingt Licence To Chill wie ein entspannter Spaziergang durch die letzten Jahrzehnte des Rock. Und genau das ist sie auch, denn Jimmy Buffett hat einige Song-Favoriten zusammengestellt, die ursprünglich aus der Feder anderer Könner stammen – Jerry Garcia zum Beispiel, Don Gibson oder Hank Williams. Zusammen mit neuen Eigenkreationen ergibt das eine im wahren Wortsinn runde Sache.

Wie gesagt – in den USA finden sich bei einem Buffett-Auftritt locker Zehntausende im Publikum zusammen. Man wünscht ihm, dass er das hierzulande auch nochmal schaffen wird, irgendwann. Nötig hätte er eine solche Bestätigung freilich nicht mehr. Weitere Infos: www.margaritaville.com

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