Erste Erfahrungen: Land Rover Discovery 2004

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Schwerer Junge mit modernen Innereien: Vier Jahre nachdem Ford die Marke Land Rover von BMW gekauft hat, kommt mit dem Land Rover Discovery das erste Modell der Briten auf den Markt, das nicht mehr auf BMW-Technik basiert. Für den Discovery, traditionell eine Stufe unter dem Luxusliner Range-Rover platziert, entwickelte man eine neue Plattform, auf der auch weitere Modelle und mindestens eine ganz neue Baureihe entstehen sollen. Für Mathew Taylor, den Chef von Land Rover ist die dritte Generation des Discovery der fortschrittlichste und stilistisch kühnste Landrover aller Zeiten. Gleichzeitig kündigte Taylor eine Modelloffensive an, wie sie die Marke bislang noch nicht kannte. Nachdem in 50 Jahren gerade einmal sieben Modelle neu konstruiert wurden, sollen es in den nächsten fünf Jahren fünf neue Modelle sein.

Der Discovery 3 sieht von vorne seinem großen Bruder Range Rover sehr ähnlich. Die Seitenlinie und das Heck sind klar designt. Eckige, funktionale Formen überwiegen. Einzig bei der Heckklappe leistete man sich einen stilistischen Schwenk und formte diese asymmetrisch. Ganz klar, der Discovery 3 ist auch auf 300 Meter Entfernung oder im Rückspiegel als Land Rover zu erkennen.
Im Interieur ist der Discovery funktional und zeigt keine Ähnlichkeit mit dem Luxus-Ambiente des Range. Alles wirkt gut strukturiert, griffig und abwaschbar. Schließlich ist der Disco, wie er liebevoll abgekürzt wird, ein echter Geländewagen und wird, zumindest auf seinem Heimatmarkt England, auch häufig so eingesetzt, dass Abwaschen nötig ist. Trotzdem sitzt man sehr bequem und verfügt über allen nötigen Reisekomfort wie eine üppig dimensionierte Klimaanlage und ein hervorragendes Soundsystem. Auf Wunsch mit Navigation und integriertem Bluetooth-Telefon. Im riesigen Kofferraum verstecken sich noch zwei zusätzliche Sitze, die auch Erwachsenen ausreichend Platz bieten.

Technisch ist der Disco komplett neu. Erstmals setzen die Briten die integrierte Rahmenstruktur ein, die die Vorzüge einer selbsttragenden Karosse mit denen einer traditionellen Rahmenstruktur verbinden soll. Tatsächlich ist der Discovery sehr stabil. Selbst während das Fahrwerk maximal verwindet und zwei Räder in der Luft sind, kann man die Türen problemlos öffnen und schließen. Dazu kommen ausgeklügelte elektronische Steuersysteme für maximale Geländegängigkeit. So verfügt der Disco über zwei elektronische Sperrdifferentiale und ein neues System namens Terrain Response, das Bodenfreiheit und Schlupf nach Bedarf regelt. Für den Geländeeinsatz stehen fünf Programme bereit, die der Fahrer nach Bedarf wählt. Je nachdem ob er auf Schnee, Sand, Fels oder Schlamm unterwegs ist, variieren Drehmoment und Schlupfregelung. Das funktioniert in der Praxis sehr gut, wie erste Fahrversuche im schottischen Hochland zeigten. Dabei überzeugte auch der 2,7-Liter-V6-Dieselmotor von Entwicklungspartner PSA, der neben 190 PS/140 kW auch 445 Nm Drehmoment an die Achsen abgibt. Der Diesel zeichnet sich vor allem durch leisen Lauf aus. Im reichlich 2,7 Tonnen schweren Disco verbraucht der Diesel 10,4 Liter. Alternativ gibt es einen V8-Benziner von Jaguar mit 299 PS/220 kW, der sich aber durch Alltagsverbräuche um 20 Liter für den Einsatz in Europa diskreditiert. Beide Motoren passen gut zur neuen Sechsgangautomatik von ZF. Für den Diesel gibt es auch einen Handschalter. Mit diesem startet der Discovery bei 38.500 Euro in der Basisversion ohne Luftfederung und Ledersitze. Darüber hinaus bietet Land Rover zwei weitere Pakete an. Mit Vollausstattung kommt der Discovery TDV6 auf 48.300 Euro, der V8 auf 57.300 Euro. In Europa werden sich mehr als 90 Prozent der Käufer für den Diesel entscheiden.

(Text: Günter Weigel)